Regional Policy

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In 10 Schritten zur einer neuen Regionalpolitik

 

Präsentation eines innovativen Programms in Brüssel auf Konferenzen mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und EU-Kommissar Hahn

Das Hanse-Parlament legt eine kompakte Strategie zu einer innovativen Regionalpolitik im Ostseeraum vor. Kernelemente sind internationale Kooperation, maßgeschnei-derte Innovationsförderungen – und ein ostseeweiter Finanzausgleich.


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Die Ostseeregion steht in harter Konkurrenz mit anderen Weltregionen um Unterneh-mensansiedlungen, qualifizierte Arbeitskräfte und Wohlstand. Die Regionalpolitik versucht die Wettbewerbsfähigkeit des Ostseeraums zu stärken, die Ostseestrategie der EU ist Ausdruck dieser Bemühungen. Sie reichen in der aktuellen Form jedoch nicht aus.

Daher hat das Hanse-Parlament eine neue Strategie für die Ostseeregion vorgelegt, mit der Innovationen, Wachstum und Wohlstand dauerhaft gesichert werden können. Die Strategie wurde im Rahmen des EU-geförderten Projektes „BSR-QUICK“ zusammen mit 39 Partnern (Kammern, Universitäten, öffentliche Verwaltungen) aus allen Ostseeländern entwickelt. Mit dieser Strategie können die Teilregionen ihre Potenziale voll ausschöpfen, wovon zugleich der gesamte Ostseeraum profitiert.

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Das 10-Punkte-Programm übergab der Chairman des Hanse-Parlament, Jürgen Hogeforster, am 16. November 2012 auf einer Konferenz in Brüssel dem EU-Kommissar für Regionalentwicklung Johannes Hahn.

 

 

 




Die Strategie in Kürze:


1. Kooperation und Integration

Eine intensive Kooperation zwischen den Ländern und Regionen des Ostseeraums ist zwingend und muss ausgebaut werden. Kooperation ist eine Quelle für Innovation, stärkt die Konkurrenzfähigkeit der Region und schafft kritische Mindestgrößen für Märkte.


 

2. Regionaler Wettbewerb und Finanzausgleich

Kooperation bedeutet nicht Verzicht auf Wettbewerb, sondern eine Zusammenlegung der Stärken, um die optimale Entwicklung der einzelnen Standorte und Regionen zu erreichen. Ein finanzieller Ausgleich zwischen finanzstärkeren und -schwächeren Regionen liegt im Interesse der Geber- und Nehmerregionen.


3. Gleichwertige Lebensbedingungen und funktionale Arbeitsteilung

Gleichwertigkeit kann sich nur auf einige wenige Grundbedingungen beziehen. Hinzukommen muss eine abgestimmte Arbeitsteilung zwischen Standorten und Regionen gemäß ihren jeweiligen Stärken, sodass sie sich optimal ergänzen. Dadurch werden die einzelnen Regionen und der gesamte Ostseeraumes gefördert.


4. Eigenständige Kulturen und regionales Selbstwertgefühl

Eine Einheitskultur ist Nonsens; sie schadet Mensch und Wirtschaft. Unterschiedlichkeit fördert Kreativität und damit Innovationen. Erforderlich ist eine Balance von regionalem Selbstbewusstsein und Wertschätzung der Verschiedenartigkeit der Ostseeregionen.


5. Endogene Potenziale und intelligente Spezialisierung

Investiert werden sollte konsequent in die Entwicklung regionsspezifischer Stärken. Bei einer Förderung raumtypischer Potenziale können auch ländliche Gebiete wachsen und Abwanderungen verhindern. Voraussetzung dafür sind die Kooperation zwischen Agrarräumen und Ballungszentren sowie gute verkehrliche Anbindung und intensive Vernetzung.


6. Regionale Wirtschaftskreisläufe und intensive Bestandsentwicklung

Regionaler Wirtschaftskreisläufe müssen Vorrang haben. Die konsequente Entwicklung des Bestands ansässiger Unternehmen verspricht wirtschaftlichen Erfolg und ist zugleich das wirkungsvollste Instrument für Neuansiedlungen. Qualifizierte Erwerbspersonen, unternehmerisches Denken, Eigeninitiative und Kreativität sind die wichtigsten endogenen Potenziale einer Region und müssen gefördert werden.


7. Kleine und mittlere Unternehmen und Netzwerke

Kleine und mittlere Unternehmen stärken die regionale Entwicklung, schaffen Arbeitsplätze und müssen daher höchste Priorität genießen. Die Kammern sollten als zentrale Fördereinrichtungen des Mittelstands entwickelt und gestärkt werden. Sie wiederum müssen die lückenlose Versorgung in der Fläche sichern.


8. Innovationen und Wissenspartnerschaften

Um die Innovationsfähigkeit zu stärken, muss die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und mittelständischen Unternehmen stark verbessert werden. Kammern können Vermittlungsfunktionen übernehmen und die Versorgung ländlicher Räume sichern. Für Felder mit herausragenden Wachstumschancen sollten themenspezifische Kompetenzzentren für den Mittelstand entwickelt werden

 


 

9. Dezentralisierung und Selbständigkeit

Als Reaktion auf die Globalisierung bilden sich eine stärkere Regionalisierung und Dezentralisierung heraus. Diese Entwicklung sollte unbedingt unterstützt werden. Regionale und lokale Kreisläufe reduzieren Kosten, ermöglichen Wachstum und fördern das direkte soziale Miteinander.


10. Zentren-Konzept und Infrastruktur

Das Angebot an öffentlichen und privaten Dienstleistungen in ländlichen Gebieten muss gestärkt werden. Das muss nicht teuer sein: Durch moderne Technologien, intensive Vernetzung sowie Personal- und Organisationsentwicklung werden kleine, dezentrale Einheiten deutlich wirtschaftlicher. Größenwahn muss von dem Prinzip „small is beautiful“ abgelöst werden. Ausbau und Erhalt guter Verkehrsinfrastruktur sichert die Entwicklung aller Zentren und Regionen.

 



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Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalentwicklung nahm das ausführliche Strategieprogramm auf der Generalversammlung des QUICK-Projektes in Brüssel entgegen und bedankte sich: „Das Hanse-Parlament leistet wertvolle Beiträge zur Erreichung der Ziele der EU-Ostseestrategie, vor allem zur Erhöhung des Wohlstandes in der Region.“

Wie das Hanse-Parlament forderte auch Tunne Kelam, Europaabgeordneter und Mitglied der Baltic-Europe Intergroup, eine stärkere Zusammenarbeit der Länder im Ostseeraum und lobte zugleich die Arbeit des Hanse-Parlaments: „Ihre Konferenz in Brüssel ist ein ermuti-gendes Signal für uns.“

Das Strategieprogramm ist unter dem Titel „Strategy programme for innovation in regional policies in the Baltic Sea Region“ als Buch in der Schriftenreihe der Baltic Sea Academy erschienen.

 


Hanse-Parlament

 

Das Hanse-Parlament ist ein Verband von 50 Industrie-, Handels- und Handwerkskammern sowie weiteren Mittelstandsförderern aus dem gesamten Ostseeraum. Die Mitglieder be-treuen insgesamt rund 450.000 kleine und mittlere Unternehmen. Ziel des Hanse-Parlaments ist, mittelständische Unternehmen im Ostseeraum zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.


Bei Fragen steht Ihnen das Sekretariat des Hanse-Parlaments gern zur Verfügung:

 


Hanse-Parlament e.V.

Blankeneser Landstr. 7, 22587 Hamburg, Germany

phone: +49 40 822447-0

email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch├╝tzt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

www.hanse-parlament.eu

 

 

 

More information can be found in the book „Strategy Programme for innovation in regional policies in the Baltic Sea Region” (texts printed in English, German and Polish language) 

 

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